Justus Brinckmann Preis 2011
Verleihung des Justus Brinckmann Preises an Astrid Keller

Die Messe Kunst und Handwerk vergibt jedes Jahr den Justus Brinckmann Preis als Anerkennung für die gelungene Symbiose aus innovativer handwerklicher und gestalterischer Qualität. Er ist ein zusätzliches Wertesiegel für künstlerische Leistung und Ausdruck der Wertschätzung.
In diesem Jahr erhält die Gold-und Silberschmiedin Astrid Keller diesen Preis. Damit wird eine Künstlerin ausgezeichnet, die seit 2005 alljährlich auf der Messe Kunst und Handwerk ausstellt und seitdem immer wieder durch ungewöhnliche Schmuckarbeiten und Gefäße aufgefallen ist. Astrid Keller erprobt neue Strategien der Herstellung und arbeitet in ganz unterschiedlichen Techniken. Formal und inhaltlich lässt sich die Künstlerin dabei von den Gestaltungsprinzipien der Natur inspirieren.
Vita
Beruflicher Werdegang
seit 2003 selbstständig tätig als Schmuckdesignerin
1999-2003 Studium an der FH für Gestaltung Pforzheim im Fachbereich Schmuck und Gerät, nach 1997 tätig als Goldschmiedin bei Irene Mätzke, Wildeshausen und Erich Hergert, Bremen
1994-1997 Ausbildung zur Goldschmiedin bei Frank van Waegeningh, Bremen
Auslandsaufenthalte
2002 Praktikum in der Galerie Marzee, Nimwegen, Niederlande
2001-2002 Studiensemester an der „Haute Ecole des Arts Décoratifs Genève“, Schweiz
Stipendien und Auszeichnungen
2011 „Justus Brinckmann Preis“, Hamburg
2010 Erster Preis „Silbertriennale“, Hanau
2008 Nominierung für den „Design Report Award“, Mailand
2009 „Bremer Förderpreis für Angewandte Kunst“
2007 Belobigung „Bremer Förderpreis für Angewandte Kunst“
2007 Finalistin „BKV Preis für Junges Kunsthandwerk“, München
2007 „Fusion Award“, Columbus, Ohio, USA
2002 Europäisches Förderprogramm Leonardi da Vinci
Ausstellungen Auswahl
2011 Einzelausstellung, Galerie Simone Geißler, Nürnberg
2011 „Verwandlungen – Metamorphosen“, Galerie Handwerk, München
2011 „Materials Revisited“, Museum für Angewandte Kunst Frankfurt
2011 „Repeat Pease“, Galerie Flow, London
2011 “Fused”, contamporary enamel, Galerie Flow, London
2010-2012 „Silbertriennale“, Wanderausstellung
2010 Einzelausstellung, Goldschmiede Th. Blume, Hildesheim
2010 „Falten-Pleats-Plisée“, Galerie Handwerk, München
2010 “Collect”, mit Galerie Sofie Lachaert, Saatchi Galerie, London
2010 ‘Paperficial’, Galerie Craft2eu, Hamburg
2010 Ausstellung „Bremer Förderpreis für Angewandte Kunst“, Galerie Hilde Holstein, Bremen
2009 „Still“, Galerie Sofie Lachaert, Tielrode, Belgien
2009 „Transformation“, Galerie Flow, London
2009 Einzelausstellung, Galerie Durynek & Kammler, Eichstätt
2009 “Collect” mit Galerie Sofie Lachaert, Saatchi Galerie, London
2009 Einzelausstellung, Galerie Sofie Lachaert, Tielrode, Belgien
2008 Grassi Messe, Leipzig
2008 „Salone Satellite“, Mailand
2008 „Collect'“, mit Galerie Sofie Lachaert, V&A, London
2007 Ausstellung der Finalisten des BKV Preises, Wanderausstellung
2007 „Fusion“, Internationale Emailleausstellung, Columbus, Ohio, USA
2006 „Aus Papier“, Handwerksform Hannover seit 2005 Messe im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
2005 Grassi Messe Leipzig
2004 Grassi Messe, Leipzig
2002-2003 „Schweizer Schmuck im 20. Jhd., Genève, Zürich, Ligornetto“
Arbeiten in öffentlichen Sammlungen
Deutsches Goldschmiedehaus Hanau
Museum im Prediger, Schwäbisch Gmünd
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Förderpreis 2011

Gefäß/Charakterisierte Gefäße, Young-I Kim Murmelring aus Glas, Bernhard Simon
Der mit 1.500 Euro dotierte Förderpreis der Justus Brinckmann Gesellschaft geht in diesem Jahr an die beiden Kunsthandwerker Young-I Kim und Bernhard Simon, die in einer Werkstattgemeinschaft in Hildesheim zusammenarbeiten.
Der Förderpreis soll die jungen Nachwuchstalente motivieren, sich trotz schwieriger Ausgangsbedingungen weiter für ihre vielversprechende Karriere einzusetzen.
Die Jury der MKG Kunst und Handwerk Messe, die am 28. November 2011 tagte, begründete ihr Urteil damit, dass beide Kunsthandwerker die gewöhnlichen Grenzen von Material und Technik ausloten und damit eine neue Dimension von Kunsthandwerk eröffnen, die stärker zur Kunst hin tendiert. Bernhard Simon entwirft Ringe aus Glas. „Die amorphe Konsistenz des Materials eröffnet für die Gestaltungen eines so klassischen Schmuckstücks wie dem Ring völlig neue Möglichkeiten des subtilen Spiels mit Farbe, Form und Transparenz,“ so Claudia Banz, Leiterin der Abteilung Kunst und Design vom Biedermeier bis zur Gegenwart am Museum für Kunst und Gewerbe, “je nach Lichteinfall variieren Erscheinungsbild und Kontur.“
Die vergoldeten, von Hand gezogenen Kupfergefäße von Young-I-Kim, erhalten eine in aufwendiger Email-Technik gestaltete Oberfläche. „Ihre ‚charakterisierten Gefäße‘, wie sie sie selbst nennt, spiegeln menschliche Individuen wider, sind Fenster zur Seele, voller Poesie,“ sagt Banz zur Begründung der Jury. „Young-I-Kim‘s Gefäße überschreiten die Grenze der bloßen Funktionalität, es sind vielmehr konzeptuell gedachte, vom Geist fernöstlicher Philosophie beeinflusste Kunstobjekte.“
Die Künstler über ihre Arbeiten:
Young-I Kim: „In charakterisierten Gefäßen zeige ich Charaktere von Menschen, die mir am Herzen liegen. Bei der Herstellung der Gefäße war mir wichtig, nicht nur auf Äußerlichkeiten der Menschen zu schauen, sondern auch auf deren Gewohnheiten, Eigenarten, Sprechweisen und Ausdrucksformen sowie auf deren Mimik, Gestiken und Körperhaltungen.“
Bernhard Simon: „Glas ist ein sehr spannendes Material für die Schmuckgestaltung. Seine amorphe Substanz lässt nahezu keine Grenzen in der Formgebung. Seine Handhabung ist geradezu mystisch und seine Ästhetik ist von Stück zu Stück ein neues Erlebnis an Licht und Farbe. Mein Ziel ist es, die Möglichkeiten vom Glas als Schmuck zu eruieren und an dieser stetigen Herausforderung zu florieren.“
Hamburg, im Dezember 2011

